Krokus - Crocus

Krokus, Crocus
Nach einem langen grauen Winter bringt uns der Krokus die ersten leuchtenden Farbtupfer in den Garten.
Er bringt uns die frohe Botschaft: endlich Frühling!

Ein Frühlingsgarten ohne Krokusse ist für mich nicht vorstellbar. Der Krokus ist eine der schönsten Frühlingsblumen und gehört zur Pflanzenfamilie der Iridaceae, Schwertliliengewächse und ist eine uralte Kulturpflanze. Er ist in Europa, vorwiegend im Mittelmeerraum, Nordafrika und in den gemäßigten Zonen Asiens beheimatet. Der Safran-Krokus, Crocus sativus, wurde schon von den Persern als Kulturpflanze herangezüchtet, denn seit Urzeiten hat man den rotgoldenen Farbstoff, der aus dem Safran gewonnen wird, geschätzt. Die Farbe des Safrans war die Farbe der Lichtgottheit, die nur Könige und Fürsten tragen durften. Deren wichtigen  Gewänder und Schuhe wurden damit gefärbt.  Zur Tracht der Persischen Könige gehörte gelbe Fußbekleidung. In der griechischen Sage trug Jason, der nach Kolchis schiffte um das goldene Vlies zu gewinnen, ein safranfarbenes Gewand. So gibt es in den alten Sagen einige Kleidungsstücke, wie das Krokuskleid von Antigone oder der krokusgefärbte Schleier von Helena, die nach dem Krokus benannt sind. In antiken Gedichten wird über Wiesen voll mit Krokusblüten  berichtet   Auch heute ist der Safran nicht aus unserer Küche weg zu denken. Schon in dem populären alten deutschen Kinderlied "Backe backe Kuchen", dessen Ursprung 1840 in Thüringen und Sachsen vermutet wird, heißt es: und Safran macht den Kuchen gehl.
                                                                                                                                                                                                                  
Der flämische Botaniker Matthias Lobelius, der eigentlich Matthieu de L'Obel hieß, 1538-1616, (nach ihm ist auch die Pflanzenfamilie Lobeliaceae benannt), ist der Verfasser mehrerer großer Kräuterbücher, welche die Beschreibung von über 2000 westeuropäischen Pflanzen-Arten und eine Klassifizierung nach ihrer Blattform und ihrem Habitus enthalten. Er betrachtete den goldenen Krokus, Crocus augustifolius, syn. Crocus susianus, wegen seiner intensiven Leuchtkraft als eine ganz besondere Pflanze. Der Krokus wurde zu dieser Zeit aber noch nicht nach den verschiedenen Arten, wíe wir sie heute kennen, unterschieden. Die Systematik, wie sie heute angewendet wird, wurde erst 1886 eingeführt.


Heutzutage gibt es eine große Fülle verschiedener Arten. Eine kleine Auswahl, die sich in meinem Garten sehr gut bewährt hat, möchte ich Ihnen hier vorstellen.
 


                             
 
Crokus vernus - großblumiger Garten-Krokus                                                                                                                
Frühlings-Krokus, Crocus vernus subsp. albiflorus  - Die Wildform ist weiß, hell violett oder weiß mit
violetten Streifen. Er ist in Mitteleuropa beheimatet und eine der häufigsten Alpenblumen. Direkt nach der
Schneeschmelze entfaltet sich ein Blütenmeer auf fetten Wiesen und Weiden. Unser großblumiger
Gartenkrokus wurde daraus gezüchtet.  Er blüht im März nach den Wildarten.

-Flower Record, dunkel purpur, reichblühend
-Jeanne d’Arc, schneeweiß, reichblühend


Crocus tommasinianus - Elfenkrokus - Bauernkrokus
Er stammt überwiegend aus Dalmatien (Dalmatiner-Krokus), ist einer der zeitigsten auf der Wiese.
An manchen  Orten sind seine Blüten schon im Februar sichtbar. Durch seine starke Selbstaussaat
breitet er sich gerne aus. Wenn man das große Glück hat, mausefreien Garten zu haben, entsteht nach
3-4 Jahren ein flächendeckender Teppich. Er ist so wunderbar schön, dass er wirklich nie störend wirkt.
Unverzichtbar in naturnah angelegten Gärten.

-Elfenkrokus, fliederblau, verwildert sehr gut
-Roseus, purpurrosa, eine neue sehr schöne rosa Sorte

Crocus chrysanthus – Kleiner Krokus
Seine Heimat ist der Balkan, Griechenland bis Kleinasien. Daher auch sein Name Balkan-Krokus. Er liebt             
Sommertrockenheit. Aus jeder der kleinen Knollen kommen mehrere Blüten. Die Blütezeit ist im März.
Hier zwei herrliche Gartensorten:
-chry. Ard Schenk, reinweiß mit gelber Mitte
-chry. Dorothy, schwefelgelb   

Pflege und Kultur
Gepflanzt wird im Herbst sofort nach Erhalt der Zwiebeln. Je nach Zwiebelgröße 5–10 cm tief. Alle Krokusse benötigen einen durchlässigen humosen Boden und einen sonnigen Standort. Ideal sind Steingartenbeete und sonnige Hänge. Der Elfenkrokus liebt etwas mehr Feuchtigkeit und kann auch Halbschatten vertragen. Werden sie in die Wiese gepflanzt, ist zu beachten, dass der erste Rasenschnitt erst nach dem Vergilben der Blätter erfolgen darf. Die kleinen Wildarten können wegen ihrer frühen Blüte auch unter laubabwerfende Gehölze gepflanzt werden.
Wer im Garten von Mäusen geplagt wird, kann die kleinen Zwiebeln zusammen mit Narzissenzwiebeln einpflanzen. Narzissen werden von den Mäusen wegen des Giftes gemieden. Da sich die Blätter der Narzissen erst viel später entfalten, beeinträchtigen sie den Krokus nicht. Es besteht natürlich auch die Möglichkeit, die Krokuszwiebeln in einer Packung aus feinmaschigem Draht einzupflanzen.