Herbstzeitlose - Colchicum

Die Herbstzeitlose – Colchicum - Zeitlose
ist eine Pflanzenart, die zur Familie der Liliengewächse, Liliaceae gehört.   
Colchicum autumnale, die Wildform, wurde im Mittelalter „Sohn vor dem Vater“ genannt oder auch „ nackte Jungfer“, weil die Herbstzeitlosen ihre Blüten vor den Blättern bekommen. Die Blätter und die Samenkapsel bilden sich erst im späten Frühjahr und die Blüte erscheint wie aus dem Nichts im Herbst. Diese Pflanze hat sehr viele deutsche Trivialnamen wie: Giftkrokus, Giftblume, Hennegift, Herbstvergessene, Hundsblume, Hundsknofel, Läuseblume, Leichenblume, Michelsblume, Michelwurz, Nacktarsch, Spindelblume, Spinnblume, Teufelsbrot, Teufelswurz, Wiesenlilie, Wildsafran, Wilde Zwiebel, Winterhaube.
Die Heimat der Zeitlosen erstreckt sich von Irland, Mitteleuropa, Kleinasien, Vorderasien bis zum Kaukasus.                  

Aus den vielen Volksnamen dieser besonderen Gartenschönheit geht schon hervor wie giftig sie ist

Sie enthält das Alkaloid Colchicin, ein Kapillargift mit zentrallähmender Wirkung, das in der Medizin genutzt wird. Das sollten wir aber den Pharmazeuten überlassen, denn die Menge macht es. Wie der berühmte Ausspruch es besagt von dem  Arzt und Alchemist Paracelsus (1493–1541): alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis machts, dass ein Ding kein Gift sei“. In der Pflanzenzucht hat Colchicin eine große Bedeutung bekommen. Es hemmt die Mitose der Chromosomen bei der Zellteilung. Bei Samen, der mit einer verdünnten Colchicinlösung behandelt wird, verändert sich die Chromosomenzahl. Dadurch kommt es zu künstlichen Mutationen, aus denen schon viele neue Sorten unterschiedlicher Gattungen entstanden sind. Durch Behandlung der vegetativen Pflanzenteile heranwachsender Pflanzen ist es gelungen, das Dickenwachstum auf Kosten des Längenwachstums zu verstärken. Sterile Hybridpflanzen sind nach Behandlung mit Colchicin fruchtbar geworden.
                             
      
 
Wenn die Herbstzeitlosen ihre wunderschönen Blüten aus dem noch frischen Grün der Wiesen strecken, ist der Herbst nicht mehr weit.

Lesen Sie dazu die Geschichte von Antje Peters-Reimann “Von der Schönen aus Kolchis“

Drei Sorten, die ich in meinem Garten habe:
-Colchicum autumnale `album´, viele kleine reinweiße Blüten
-Giant, dunkel-malvenfarbig, weiße Basis, großblumig
(Bild rechts, Trockenkultur)


Pflege und Kultur
Die in allen Teilen giftigen Herbstzeitlosen lieben die Sonne, können aber auch im Streuschatten von Bäumen wachsen. Sie sollten einen Platz im Garten bekommen, an dem sie jahrelang ungestört bleiben können. Pflanzzeit ist von August bis in den September. Sie mögen einen humosen, frischen Boden, der nicht zu trocken sein sollte. Die Pflanztiefe sollte ca. 20 cm betragen. Beim Pflanzen ist zu beachten, dass sie im Herbst zarte Blüten haben und im Frühling ziemlich viele starke, nicht sehr kleine Blätter. Über das Laub wird im Frühjahr Sonnenenergie in der Zwiebel gespeichert, damit im Herbst wenn sonst kein Zwiebelgewächs mehr blüht, prächtige Blüten unsere Gärten verzaubern.

Schöne Dekorationen mit Herbstzeitlosen
Die großen zwiebelförmigen Knollen bilden vor der Blüte keine Wurzeln und können aus diesem Grund für die Trockenkultur (ganz ohne Wasser), aber auch für schöne Dekorationen verwendet werden: auf eine schöne Glasschale oder in ein Glas gelegt, an einem sonnigen Platz im Zimmer oder wie oben im Bild auf einer rostigen Eisenschale in grünem Moos auf dem Gartentisch. Wenn die Schale nicht unter einem Dach steht, sollte sie wasserdurchlässig sein. Staunässe lässt die Knollen faulen. Nach dem Verblühen müssen die Zwiebeln zügig in die Erde, damit sie noch Wurzeln bilden können und uns im darauffolgenden Jahr mit ihrer wunderschönen Blüte im Garten erfreuen.