Achtung: Ansteckungsgefahr - Begeisterung für Blumenzwiebeln


Mit dieser unheilbaren Leidenschaft habe ich mich schon vor rund 50 Jahren infiziert, während meiner Ausbildung zur Floristin. Im ersten Ausbildungsjahr, im Frühling, es war einer der ersten schönen warmen Tage, sind wir mit unserem Berufsschullehrer in den botanischen Garten in Wuppertal gegangen. Die Schule war in Unterbarmen am Kothen, genau auf der gegenüberliegenden Seite (Berg) vom botanischen Garten. Dort angekommen sollten wir sofort damit beginnen, alle Narzissen- und Tulpensorten aufzuschreiben. Zu Hause sollten wir eine Arbeit darüber schreiben, mit botanischen Namen, Pflanzenfamilien, Züchtern usw..

Ich war überwältigt von der Blütenfülle an diesem schönen warmen Frühlingstag. Viel zu schade den Vormittag nur mit Schreiben zu verbringen, was ich auch nicht getan habe. Zu Hause habe ich mir Literatur dazu in der Stadtbücherei ausgeliehen und eine sehr ausführliche Arbeit über Tulpen und Narzissen geschrieben. Ich ahnte nicht, dass unser Lehrer nicht nur die An -und Abfahrtszeiten seiner Schüler, die aus allen Ecken um Wuppertal herum kamen, im Kopf hatte, sondern auch genau wusste, welche Pflanzen der botanische Garten beherbergt.
                                                                                                                                                                               

Als ich meine Arbeit zurückbekam, stand am Heftrand bei den meisten Sorten „gibt es nicht im botanischen Garten“. Es war nun aufgefallen, dass ich dort ziemlich faul gewesen war und mich lieber den schönen Dingen hingegeben hatte. Das stand dann unter meiner Arbeit: „weil Du so fleißig gewesen bist und eine so ausführliche Arbeit über Tulpen und Narzissen geschrieben hast, bekommst du eine Zwei. Wenn du im botanischen Garten nicht so faul gewesen wärest, hättest Du dafür eine Eins bekommen“.

Das war mein erster Kontakt mit Blumenzwiebeln und die Begeisterung dafür hat mich bis heute nicht losgelassen. Ich bin unheilbar infiziert. Der Virus ist im Laufe der Jahre immer weiter fortgeschritten und das wird sich wohl auch in der Zukunft nicht mehr ändern.

Vielleicht gelingt es mir, Sie mit diesen wunderschönen Bildern aus dem Frühlingstraum-Garten meiner Freundin, die sich ebenfalls mit dieser Leidenschaft angesteckt hat. Sie sehen ein fantastisches Farbenspiel mit nur drei Tulpensorten: Spring Green, und Rosalie, großzügig gepflanzt, zusammen mit Vergissmeinnicht. Ein Zuviel gibt es dabei nicht, eher ein Zuwenig.


Lesen Sie dazu meine Seite "Wissenswertes über Blumenzwiebeln".